Aloysia triphylla syn. Lippia citriodora

Verbenaceae

Trotz der Ähnlichkeit des Namens hat die Zitronenverbene, auch Zitronenstrauch genannt, wenig mit dem einheimischen Eisenkraut (Verbena officinalis) zu tun. Sie stammt ursprünglich aus Südamerika, genauer gesagt aus Chile, Uruguay und Argentinien. Erst 1794 wurde sie nach Europa gebracht.

In Südeuropa überwintert sie im Freien, in unseren Breiten kann man sie leider nur als Kübelpflanze halten. Diesen kleinen Nachteil nimmt man aber gerne in Kauf wegen der vielen Vorzüge, die dieser nach Zitrone duftende Halbstrauch bietet. Ihr ätherisches Öl wird in der Parfümindustrie verwendet und ist als Verbena-Öl bekannt.

Für den Laien ist aber von größerem Interesse, daß ihre immer zu dreien in Quirlen stehenden Blätter, anders als z.B. Zitronenmelisse, auch nach dem Trocknen nicht ihren Duft verlieren. Man kann sie in Duftpotpourris geben oder einen wohlschmeckenden Tee daraus zubereiten. Dieser wirkt als milder Beruhigungstee, verdauungsfördernd und krampflösend. Man sollte ihn aber nicht täglich über mehrere Wochen trinken, da er dann eventuell zu Magenbeschwerden führen könnte.

Aber auch dem rein kulinarisch interessierten Kräuterliebhaber bietet die Pflanze einiges: Frische junge Blätter würzen feingehackt Drinks, Fruchtpuddings, Apfelgelee, Kleingebäck und Kuchen. Die Blätter der Zitronenverbene eignen sich auch zum Parfümieren von Kerzen, indem man sie 45 Minuten lang in 82°C heißem, geschmolzenen Kerzenwachs einweicht. Dies ist sicherlich ein angenehmeres Aroma, als bei mancher gekauften Duftkerze, deren künstliches Parfüm manchmal eher abstoßend wirkt.

Wer nun Lust bekommen hat, dieser vielseitig verwendbaren Pflanze ein Plätzchen auf seiner Terrasse zu geben, wird sicher in jeder gut sortierten Kräutergärtnerei fündig werden. Die Anzucht aus Samen dürfte dagegen in den seltensten Fällen möglich sein, da entsprechendes Saatgut hierzulande kaum erhältlich ist. Die Zitronenverbene oder Verveine, wie sie in Frankreich genannt wird (wo sie auch wesentlich bekannter ist als bei uns), wird meist aus Stecklingen herangezogen. Dies gelingt auch dem Hobbygärtner leicht, fällt doch genügend Schnittgut bei dieser frohwüchsigen Pflanze an.

Überhaupt verlangt die Zitronenverbene nach einem häufigen Rückschnitt, um einen schönen, kompakten Wuchs zu erzielen. Im Mai nach den letzten Frösten auf den Balkon oder die Terrasse gestellt, möglichst an einen vollsonnigen, windgeschützten Platz, erfreut sie bis in den Oktober ihren Besitzer mit ihrem unvergleichlichen Duft. Im Hochsommer bringt sie einen filigranen Blütenstand hervor, der in seiner Zartheit fast an Schleierkraut erinnert.

Im Herbst, wenn die ersten Fröste drohen, stellt man die Zitronenverbene ins Haus. Man sollte sie dann nur noch ganz spärlich gießen. Da sie im Dezember ihre Blätter abwirft, genügt ihr auch ein frostfreier Platz im Keller. Ab Februar stellt man sie wieder ins Warme und ans Licht.

An der an sich sehr robusten Pflanze können manchmal Läuse auftreten. Dies geschieht vor allem im Frühjahr, wenn sie eventuell schon im dunklen Kellerquartier auszutreiben beginnt. Dem kommt man aber mit einem Rückschnitt und einem biologischen Schädlingsbekämpfungsmittel (z.B. Neudosan) gut bei.

In unserer Rubrik Rezepte finden Sie ein interessantes Rezept als Beispiel für die vielseitige Verwendung dieser Pflanze.